Fotos: RH am 23. Mai 2014 im Kurpark Hamm
Samstag, 24. Mai 2014
Montag, 19. Mai 2014
Sonntag, 18. Mai 2014
Montag, 12. Mai 2014
Sonntag, 11. Mai 2014
Freitag, 9. Mai 2014
Prinz Rupi zu Hammfiction
Coole Geschichten mit Format
Gleitet man mit dem Auto auf der A 2 aus Richtung Hannover Richtung Dortmund an B*e*e*e*d vorüber, der Stadt, die es nicht gibt und bisweilen auch Bielefake geheißen wird und nähert sich Beckum, jenem Ort, der durch die Schildbürger berühmt wurde, dann ist man fast am Ziel: in Hamm, einer Stadt, die bisher noch keinen nennenswerten Ruf als literarische Metropole kassieren durfte.
Dass dies nicht ewig so bleibt, ist Renate Hupfeld zu verdanken, die in der westfälischen Stadt am Ostrand des Ruhrgebietes unter einem Dach mit einem Hammamunga lebt. Hammamunga? Ist das ein Geschöpf wirrer Fantasie oder sind es Geschichten, die eben nur in Hamm entstehen, wachsen und gedeihen können? Ich entscheide mich für letzteres.
Dabei haben die Storys, die von der Autorin in »Hammfiction« versammelt wurden, auf den ersten Blick nur mittelbar mit der Stadt und ihren Bewohnern zu tun, sieht man einmal ab von der wundervollen Erzählung, wie sieben Tiere auf den städtischen Marktplatz kamen und dort zu Bronze wurden. Es sind vielmehr feine Beobachtungen und Schilderungen, die auch in anderen Städten mit Kirchturm, Bahnhof und Fußgängerzone aufgezeichnet worden sein könnten.
Dabei erweist sich die Autorin als aufmerksame Chronistin, die auch in der kleinen und stillen Begegnung Tiefe findet und daraus schöpft. So beobachtet sie den lästigen Schnorrer, der einen Passanten vom Bahnhof bis in ein Café verfolgt und nervt, bis dem der Kragen platzt. Oder sie schildert eine Lehrerin, die mit einem verhaltensauffälligen Schüler lautstark zusammenprallt und dabei verletzt wird.
Meine Lieblingsgeschichte in dieser Sammlung handelt von dem Besuch zweier kleiner Mädchen bei dem Vater eines Freundes, der gerade von Frau und Sohn verlassen wurde. Der Mann delektiert sich daran, zuzusehen, wie sich seine Fische gegenseitig massakrieren. Erschüttert suchen die Mädchen das Weite. Diese Geschichte hat Ray-Bradbury-Format, und schon aus diesem kühlen Grunde ist dieses kleine Elektrobuch für mich ein Treffer.
Hier geht es zu Prinz Rupis Rezension und zur Homepage:
Donnerstag, 1. Mai 2014
Montag, 14. April 2014
22. April 1944 und die Bombentrichter in den Lippewiesen
Wenn ich vom Hammer Norden kommend zwischen Friedhof und Bahnlinie den Weg über Lippe und Kanal zur Hafenstraße und zum Bahnhof gehe, habe ich vor der Brücke zu meiner Rechten einen schönen Blick hinunter auf die Lippewiesen. Doch die Idylle sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die kleinen Gewässer in diesem Bereich Spuren von unglaublich sinnloser Zerstörung sind, die vor 70 Jahren über die Stadt Hamm hereinbrach. Diese sogenannten Bombentrichter sind Überbleibsel zahlreicher Luftangriffe wie zum Beispiel dem am 22. April 1944, als der Terror aus der Luft fast eine Stunde lang die Bahnhofsgegend zerstörte. 258 Menschen wurden getötet und mehrere Hundert Häuser lagen in Schutt und Asche. Auch das Haus meiner Großeltern in der Nähe des Nordenfriedhofs wurde bei einem dieser Bombenangriffe dem Erdboden gleichgemacht. "Alles verbrannt", höre ich noch meine Großmutter sagen und es verging kaum eine Woche, in der sie das nicht sagte. Am wenigsten Schaden dürften da noch die Bomben angerichtet haben, die ebenfalls ihre Ziele, nämlich Gleisanlagen, Eisenbahnbrücke und den Bahnhof, verfehlten und diese Krater in die Lippewiesen rissen.
Fotos: Renate Hupfeld am 13. April 2014
Ruhe gibt es nicht
Mittwoch, 2. April 2014
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